Medizinrecht · 07. November 2018
Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen entschied über die Rechtmäßigkeit der Wahltarife der AOK Rheinland/ Hamburg. Die Wahltarife, die die Krankenkasse anbot, überschritten den gesetzlichen Rahmen an vielen Stellen. Umstritten war die Zulässigkeit dieser Überschreitungen. Grundlage für die Wahltarife von gesetzlichen Krankenkassen ist das 2007 eingeführte Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung. Danach dürfen die gesetzlichen Krankenkassen...
Medizinrecht · 07. November 2018
Vor wenigen Jahren klagte ein Zahnarzt auf Zahlung seines Zahnarzthonorars. Er hatte seiner Patientin zu Beginn des Jahres 2010 acht Implantate in den Ober- und Unterkiefer eingesetzt, mehrere ihrer Zähne mit Keramik-Inlays ausgestattet, und weitergehende Behandlungen im Rahmen einer Gebisssanierung erbracht. Die Behandlungen stellten sich als behandlungsfehlerhaft heraus. Die Patientin litt unter den Fehlern des Arztes und beendete das Behandlungsverhältnis. Gestritten wurde nun unter...
Medizinrecht · 04. November 2018
Unter welchem Umständen muss eine Schwangere erneut über die Möglichkeit eines Kaiserschnitts aufgeklärt werden? Dazu äußerte sich der BGH Ende 2016. Im vorliegenden Fall klagte der im Februar 2005 in einer Frauenklinik Geborene. Nach vielen Komplikationen kam der Kläger in der 31 + 1 Schwangerschaftswoche zu Welt. Seit dem leidet er unter einer Hirnschädigung und unter schweren geistigen und körperlichen Behinderungen. Seine Mutter hatte sich damals, bei der Aufnahme in der Klinik,...
20. Oktober 2018
Zulässigkeitsvoraussetzungen und versicherungsrechtliche Absicherung des Lebendspenders Die Lebendspende ist grundsätzlich nur zulässig, wenn zum Zeitpunkt der Organentnahme kein geeignetes Organ eines postmortalen Organspenders zur Verfügung steht. Die Entnahme des Organs oder Gewebes beim Lebendspender muss durch einen Arzt erfolgen. Der Spender muss bei der Lebendspende volljährig und einwilligungsfähig sein. Zur Einwilligungsfähigkeit gehört dabei, wie bei anderen ärztlichen...
Medizinrecht · 20. Oktober 2018
Das LG Münster entschied Anfang diesen Jahres: Ein Krankenhausträger darf in seinem Haus grundsätzlich keine belegärztliche Tätigkeit ermöglichen, wenn nach eigenen Erkenntnissen angenommen werden muss, dass sich die Tätigkeit schädlich auf Patienten auswirken könnte. Die zum Behandlungszeitpunkt 55 jährige Klägerin wurde aufgrund eines Bandscheibenvorfalls von einem Belegarzt operiert. Bei dem Eingriff kam es zu einer Verletzung des Rückenmarks. Seither war die Klägerin nicht mehr...
Medizinrecht · 08. Oktober 2018
Bei der Anwendung von sogenannten „Neulandmethoden“ muss eine besonders umfangreiche Aufklärung des Patienten erfolgen. Das entschied das OLG Hamm Anfang dieses Jahres. Als Neulandmethode zählen Behandlungsweisen, bezüglich derer ein geringer Erfahrungsschatz besteht, die noch nicht abschließend beurteilt worden sind und deren Risiken noch nicht vollständig bekannt sind. Dann handelt es sich nicht um eine Standardbehandlung. Die ärztliche Sorgfaltspflicht beinhaltet die Pflicht zur...
Medizinrecht · 23. September 2018
Anspruch des Patienten auf Information über Befunde und Prognosen, die im Rahmen einer ärztlichen Behandlung erhoben werden
Medizinrecht · 22. August 2018
Wesentlich und streitträchtig ist nach wie vor die Position des Sachverständigen im Arzthaftungsprozess. Sachverständige haben, jedenfalls wenn die Parteien darauf bestehen, ihr Gutachten mündlich zu erläutern. Häufig sind Streitigkeiten rund um den Aspekt einer Besorgnis der Befangenheit. Entschieden wurde, dass ein Sachverständiger abgelehnt werden kann, wenn er in derselben Sache bereits vor einer Gutachter- oder Schlichtungsstelle als Sachverständiger mitgewirkt hat. Denkbar ist die...
Medizinrecht · 20. August 2018
Die einschlägige dreijährige Verjährungsfrist nach § 195 BGB beginnt nach der Ultimo-Regel des § 199 Abs. 1 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und die Klägerin als Anspruchstellerin von den anspruchsbegründenden Umständen sowie der Person des Ersatzpflichtigen Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Entstanden ist ein Anspruch, soweit er im Wege der Klage geltend gemacht werden kann, wobei bei Schadensersatzansprüchen die...
Medizinrecht · 20. August 2018
Nicht neu ist, dass die Aufklärung vor einer Operation zwar rechtzeitig – möglichst mehr als einen Tag zuvor – zur Aufrechterhaltung der Entscheidungsfreiheit des Patienten durchgeführt werden muss. Ein bloßes „Orientierungsgespräch“, zudem mehr als sechs Monate vor einer Operation, genügt andererseits aber auch nicht. Nach wie vor ist über den Ausbildungsstatus eines Therapeuten nicht aufzuklären, wenn der Therapeut regelrecht überprüft wird. Besonders sorgfältig...

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